NRW17: im Netz der (Q)Wahl

Die Nationalratswahl liegt in ihren letzten Zügen und nachdem heute um 17 Uhr die letzten Wahllokale schließen, werden wir uns schweren Herzens wohl wieder eine neue Seifenoper suchen müssen, um unseren täglichen Hunger an Intrige, Skandal und Zankerei zu stillen. Ohne hier dem (noch) amtierenden Bundeskanzler Kern völlig nach dem Mund reden zu wollen, entschloss ich mich zumindest in diesen letzten Stunden vor dem großen Desaster noch mit der Tradition des bisherigen Spektakels zu brechen, zur Abwechslung mal weniger nach dem Privatleben der Spitzenkandidat*innen zu fragen und mich stattdessen mit etwas analytischerem Blick der gelebten Praxis der Parteien zu widmen.

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Springfield: Bettgeflüster

Dem Regex-Labyrinth nur mit knapper Not entflohen und durch Moe persönlich dem kuscheligen Warm seiner Taverne entrissen, stand ich nun da. Vom kalten Herbstwind umarmt, müde und allein – in einer der schmutzigen Seitenstraßen dieser krisengebeutelten Stadt. Das einzige Hotel in der Gegend schmückte Fenster und Türen schon seit Jahren mit wurmdurchfressenen Holzbrettern und auch die Gastfreundschaft der Einwohner*innen hier ließ klar zu wünschen übrig. Was lässt sich andererseits aber auch erwarten, wenn mensch mitten in der Nacht an fremde Schlafzimmerfenster klopft und den entsetzten Gesichtern beim Blick durch die Scheibe die Bitte um eine warme Bettstatt offenbart? Zweifellos ein holpriger Start in eine ungezwungene Konversation. Andererseits – was wäre Feldforschung schon ohne ihre Fehltritte? Und so nutzte ich – vom Sirenenklang der herannahenden Polizei begleitet – diese Fettnäpfchen, um das Getriebe meiner Analysemaschinerie erst mal ordentlich zu schmieren.

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Springfield: Autos, Boote, echte Kerle

Nachdem uns der letzte Teil dieser Analyseserie trotz ein, zwei kleinerer Verirrungen sicher durch das Regex-Labyrinth geführt hat, ist die Zeit gekommen das rostige Ortsschild samt seinem Willkommensgruß hinter uns zu lassen und uns daran zu machen, die weitere Erkundungstour zu planen. Für diese und ähnliche Unternehmungen rangiert Moe’s Bar unter Insidern als die erste Anlaufstelle (analyse)durstiger Vagabund*innen. Und das aus gutem Grund. Denn neben dem kühlsten Duff der Stadt findet sich in dieser Kaschemme – versteckt unter dem kleinen Abstelltisch rechts vom Herrenklo – auch eines der rar gewordenen Expemplare der Springfielder Stadtchronik. Für all jene, die sich nicht davor scheuen, die fluffige Staubschicht vom angeranzten Einband zu wischen, der perfekte Ausgangspunkt, um unsere kleine Expedition vorzubereiten. Abseits der unübersehbaren Vorzüge bietet diese moschusgetränkte Spelunke in kleinem Rahmen übrigens auch die Chance eine ungefilterte Prise Kleinstadtluft zu schnuppern. Aber alles der Reihe nach. Erstmal bestellen.

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Springfield: im Regex-Labyrinth die zweite gleich rechts

Für analysefreudige Datendumpster*innen hält das Web dieser tags an jeder zweiten Ecke einen kleinen Schatz bereit. Davor, sich die Hemdsärmel hochkrempeln und sich die Finger schmutzig machen zu müssen, ist mensch aber auch hier nicht gefeit. Das gilt um so mehr, wenn der Blick an einer übervollen Bio-Text-Tonne hängen bleibt, die das Dumpster*innenherz höher schlagen lässt. Wie der Zufall so will, steht eine dieser Tonnen direkt an der Einfahrt nach Springfield und über Hemdsärmel wissen die Simpsons Bände zu sprechen – genauer gesagt 158.315 Zeilen.

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Von Selbstverwirklichung und refeudalisierten Honigtöpfen

Revolutionäres Feuer der Jugend, lauwarme Rauchschwade des Alters. Nicht einmal mehr heiß und dicht genug, um ein Stück Tofu zu räuchern. Was passiert, dass aus dem jugendlichen Wirbeln, Wollen und Grollen so vieler linker Intellektueller nach ein paar Jahren Berufsalltag nicht mehr bleibt, als der zaghafte Versuch, das Kartenhaus durch den eigenen Dachausbau zum Einsturz zu bringen?

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Mediensystem: Wenn Macht Meinung macht

Lügenpresse! Systemmedien! Was beim Schnall der ersten Plosive noch den Widerhall der Verschwörungstheorie mit sich trägt, fügt sich im ausklingenden Schweif des Begriffs der Hegemonie zu einem etwas handhabbareren Konzept. Befreit vom Aluhut und der Perspektive mechanischer Gelichschaltung, kann der Dynamik des gesellschaftlich-medialen Diskurses damit adäquater Rechnung getragen werden. Am Umstand, dass die Chancen der eigenen Meinung Gehör zu verschaffen stark ungleich verteilt sind und daran, dass diese Ungleichheit in ein Fundament ökonomischer Besitzverhältnisse gegossen ist, ändert aber auch der langgezogenste Zwielaut nur wenig. Im folgenden Modell wird daher versucht, dem Zusammenhang zwischen Eigentumsverhältnissen und der Verteilung medialer Meinungsmacht nachzuspüren.

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Source Code: Wiener Gemeinderatswahl 2015

Die meisten Kriterien für einen hohen Nachrichtenwert dürfte dieser Beitrag wohl verfehlen. Die Wahl ist seit Monaten geschlagen und obwohl ein spannungsgeladenes Kopf-an-Kopf-Rennen prognostiziert wurde, kam es nur zu vergleichsweise sanften Verschiebungen. Ob das ganze Spektakel dabei mehr als rein politische Vorderbühne war, mehr als der hoffnungslose Versuch ein Profil ohne Relief zu schaffen, darf jede*r für sich selbst entscheiden. Wenn die Wahlen bisher aber auch noch keine grundsätzlichen Erneuerungen und Reformen mit sich gebracht haben, so nutzt das ganze Spektakel zumindest als Basis mir die Zeit an einem regnerischen Sonntag zu vertreiben. Weiterlesen „Source Code: Wiener Gemeinderatswahl 2015“

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