Santa vs. Christkind

Aus gegebenem Anlass, um dem ganzen Kitsch etwas Schwung aus den Segeln zu nehmen, weil vs-Titel immer einen spannenden Abend versprechen (auch wenn man diesen im Nachhinein oft verdrängen möchte) und weil ich mir die Zugfahrt irgendwie vertreiben muss: Santa vs. Christkind. Globaler Terror der Absurdität.

Obwohl Serien, Filme und Charts zu dieser Jahreszeit voll sind von samtig roten, dickbärtigen Greisen, hat auch das Christkind seinen angestammten Platz in den Köpfen vieler Kinder. Während in den kleinen Köpfen vermutlich ausreichend Platz sein dürfte, um beide Konzepte miteinander symbiotisch zu verbinden, fürchten Kulturprotektionist*innen die Amerikanisierung und den Verlust heimischer Tradition. Ein Endgame, in dem unser Held Christkind vom Supervillain Santa ordentlich vermöbelt wird und sich daraufhin in ein dunkles Loch verkriecht.

Ich gebe zu, nachfolgend übernehme ich den kurzsichtigen Ansatz der Protektionist*innen. Aber nicht der Protektion wegen. Vermutlich, weil mein Denken durch die Computerspiele und Comicserien meiner Kindheit vollständig amerikanisiert wurde und nur durch epische Schlachten zwischen Gut und Böse in ein angenehmes Schwingen versetzt werden kann. Wer siegt also, wenn es um die globale Vorherrschaft der Weihnachtszeit geht? Das kleine, süße Nudistenkind? Oder doch eher der fette, alte Sklaventreiber Santa Claus?

Einleitend ist es bereits angeklungen. Und eigentlich haben wir alle es wohl auch schon immer gewusst. Zwar errichtet das Christkind in Teilen Mitteleuropas ein weihnachtliches Monopol und versucht dem alten Mann in Ländern wie Venezuela, Italien oder Ecuador sein Gebiet strittig zu machen, das Klaus’sche Imperium bleibt davon aber weitgehend unbeeindruckt.

Details am Rande: während Finn*innen sich mit dem Julbock ebenso von der weihnachtlichen Populärkultur abgrenzen, wie Griech*innen, zeigen sich Mexiko, Puerto Rico und Spanien als besonders weihnachtspluralistische Länder, in denen sogar Könige und ein toter Baumstamm mit zwei Beinen Platz in den gefühlsschwangeren Herzen der Gesellschaft finden.

An die Qualität der Daten darf im Übrigen – trotz dieser bewegenden Erkenntnisse – keine all zu große Erwartung gestellt werden. Für mehr als eine kurze Wiki-Suche, blieb dann einfach doch keine Zeit.

So. Das wars schon. Frohe, gesetzliche Feiertage!

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