Geo-Distanz: Secret Headquarters

Nachdem ich während meiner letzen Zugfahrt bereits dem globalen Kampf um die weihnachtliche Vorherrschaft zwischen Christkind, Santa und den Heiligen Drei Königen nachgespürt habe, gieße ich heute weiter Öl ins Feuer und enthülle die geheimen Hauptquartiere dieser Symbolfiguren. Für Akte des Vandalismus an Krippen oder Schneehütten übernehme ich aber keine Verantwortung.

Abgesehen davon handelt es sich bei der nachfolgenden Verortung auch weniger um eine punktgenaue Lokalisierung und mehr um eine zuversichtliche Schätzung – geknüpft an ein kleines Bündel Vorannahmen:

  • die Schenker*innen haben ein ökologisch nachhaltiges oder zumindest ein zeiteffizientes Bewusstsein und streben danach, ihre Wegstrecken in Summe möglichst klein zu halten.

  • die Schenker*innen sind auf Grund begrenzter Ladekapazität dazu genötigt zu ihrem HQ zurückzukehren nachdem eine Geschenkeladung in einem bestimmten Land abgeliefert wurde.

  • die Schenker*innen betreiben in jenen Ländern, in denen sie aktiv auftreten, nationale Vertriebszentralen. Die Vertriebszentralen sind jeweils in den Hauptstädten der einzelnen Länder angesiedelt.

Exemplarisch ließe sich ein Teilabschnitt daher folgendermaßen beschreiben: vom geheimen HQ nach Wien, zurück zum HQ und weiter nach Berlin.

Um die Fragestellung unter diesen Annahmen beantworten zu können, wurden in einem ersten Schritt die Koordinaten von allen Hauptstädten der Welt herausgesucht und mit der Aufstellung der letzten Analyse (Land und weihnachtliche Schenker*innenfigur) abgeglichen. In einem zweiten Schritt wurde für jede Schenker*innenfigur eine eigene Tabelle erstellt, die nur jene Länder und Koordinaten enthielt, in denen Aktivitäten von Santa, Christkind etc. nachgewiesen werden konnten. Anschießend wurden der Reihe nach alle Hauptstädte der Welt als Ausgangspunkt für die weihnachtlichen Beschenkungstouren für die je unterschiedlichen Einsatzgebiete der Schenker*innen durchlaufen. Jene Hauptstadt mit der kleinsten Wegstrecke wurde abschließend als wahrscheinlichster Aufenthaltsort der Figuren bestimmt. Um die zurückgelegten Wegstrecken ausgehend von den Koordinaten der Hauptstädte berechnen zu können, kam die Haversine-Formel zum Einsatz. Damit gilt auch die Grundannahme, dass sich Schenker*innen durch die Lüfte von A nach B bewegen.

# Entfernung über Koordinaten berechnen (Haversine)
geoDist <- function (long1, lat1, long2, lat2)
{
    rad <- pi/180
    a1 <- lat1 * rad
    a2 <- long1 * rad
    b1 <- lat2 * rad
    b2 <- long2 * rad
    dlon <- b2 - a2
    dlat <- b1 - a1
    a <- (sin(dlat/2))^2 + cos(a1) * cos(b1) * (sin(dlon/2))^2
    c <- 2 * atan2(sqrt(a), sqrt(1 - a))
    R <- 6378.145
    d <- R * c
    return(d)
}

Wenig verwunderlich rütteln die Ergebnisse dieser kleinen Schätzung an den Eckpfeilern der weihnachtlichen Welt:

  • Das Christkind lebt in der Schweiz und legt zu Weihnachten etwa 213.075 km zurück.

  • Der Weihnachtsmann wiederum könnte kaum weiter vom Nordpol entfernt sein und hat sich scheinbar in der Slowakei niedergelassen. Von dort aus legt er jährlich 643.188,8 km zurück.

  • Die Könige residieren demgegenüber standesgemäß in der Dominikanischen Republik und legen von dort aus 39.273,84 km zurück.

Soweit so gut. Da wir nun wissen, wie viele Kilometer diese Figuren jährlich zu unserem Vergnügen zurücklegen müssen, liegt es – im Hinblick auf die vereinbarten Klimaziele – doch sehr nahe, auch über den jährlich entstehenden CO2-Ausstoß zu mutmaßen. Eine Standardausführung des Santa-Schlittens dürfte dabei – ebenso wie das xKind-Jetpack – einen vergleichbaren Ausstoß wie ein durchschnittliches Flugzeug verursachen. Die jährlich verursachte CO2-Belastung beträgt demnach: + Christkind: 166,31 t CO2 pro Jahr. Im Sinne der CO2-Neutralität müssten zum Ausgleich 832 neue Bäume gepflanzt werden.

  • Santa Claus gilt als Umweltsünder schlechthin. Er verpestet die Atmosphäre mit 502,03 t CO2. Um das auszugleichen müssten jährlich 2.510 neue Bäume gepflanzt werden.

  • Einzig die drei Könige fallen – wegen ihres geringen Martkanteils – auch ökologisch kaum ins Gewicht: 30,65 t CO2 und 154 Bäume zum Ausgleich.

Bedenkt Mensch die ganzen Christbäume, die diesem Fest jährlich zum Opfer fallen, dürfte es nun endlich auch an der Zeit sein, diese Absurdität im Sinne der Nachhaltigkeit zu verbieten!

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